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Interkulturelles Kompetenz-Training Japan / Asien

Für Geschäftskunden / Firmenmitarbeiter, die demnächst eine Geschäftsreise in den asiatischen Raum planen, biete ich ein gezieltes interkulturelles Kompetenz-Training an, den „Knigge“ für Asien. Denn oft scheitern Verhandlungen, weil man ein wichtiges Tabu oder Fettnäpfchen übersehen hat oder die Bedeutung der Äußerungen der Geschäftspartner nicht richtig einzuschätzen weiß oder ihre immanenten Entscheidungsprozesse nicht kennt.

Die Chance, etwas falsch zu machen, beginnt schon bei der Begrüßung in Japan: wer freudig dem Partner die Hand entgegenstreckt, wird erstaunte Blicke ernten. Japaner verbeugen sich voreinander zu Begrüßung, zumindest in der Geschäftswelt oder in der traditionell verankerten, älteren Generation. Dabei spulen sie einen standardisierten Begrüßungssatz ab – und überreichen ihre Visitenkarten. Jedoch auch hier kann man viel falsch machen – für die Form und Tiefe der Verbeugung sind wiederum die Informationen auf der Visitenkarte über das Gegenüber notwendig, und stecken Sie bloß nicht die Karte hinterher achtlos in die Hosentasche!

Wenn Sie danach ein japanisches Restaurant betreten, ziehen Sie unbedingt im Flur Ihre Schuhe aus – Schuhe gelten in Japan als rituell „unrein“ und dürfen nicht ins Haus gebracht werden. Gehen Sie später zur Toilette, werden Sie dort wieder andere Pantoffeln vorfinden, d.h. Sie müssen auf der noch „unreineren“Toilette wieder andere Pantoffeln tragen als im Rest des Hauses.

Foto von japanischen Sandalen "Setta" by katorisi, from Wikimedia commons under creative commons license 3.0
© katorisi, Foto von japanischen Sandalen "Setta" by katorisi,from wikimedia commons under creative commons license 3.0

Die Kunst, mit Stäbchen zu essen, lernen Sie bei mir ebenso wie den Hinweis, niemals die Stäbchen im Reis stecken zu lassen – denn auch das gilt als unrein, weil es als kultureller Hinweis auf Begräbnisrituale verstanden wird. 

Chopsticks Usage Instruction by Hiaeoupyc on wikimedia commons license 3.0
© Hiaeoupyc Chopsticks Usage Instruction by Hiaeoupyc on wikimedia commons license 3.0

Bei einem Meeting beachten Sie bitte, dass der Ehrenplatz rechts vom Vortragenden, als nächster an der Türe ist. Je weiter die Japaner vom Vorsitzenden des Meetings entfernt sitzen, umso unwichtiger sind sie in der Firmenhierarchie.

Und wundern Sie sich nicht, wenn Sie gleich beim ersten Treffen nach dem Familienstand und der Anzahl der Kinder gefragt werden. Das stellt für Japaner kein Tabu dar, wie dies eher in Deutschland der Fall wäre.

Vorsicht! bei einem Essen ist es üblich, dass der Sitznachbar Ihnen ständig Sake oder Whiskey nachschenkt – man bedient sich nie selbst. Um nicht trotz ihrer bekannten Empfindlichkeit gegen Alkohol schneller unter dem Tisch zu landen als Ihre japanischen Gastgeber, müssen Sie ihnen einfach schneller nachschenken! Und auch die in Deutschland übliche Frage am Ende des Abends: „Zusammen oder getrennt?“ werden Sie in Japan nicht antreffen. In Japan ist es üblich, dass stets eine Person die Gesamtrechnung übernimmt.

Weisen Sie eine Einladung nie zurück! Es sei denn, Sie wollen den Kontakt schlagartig zum Erliegen bringen! Auch beim Essen ist keine vornehme Zurückhaltung gefragt, man muss von jedem Gericht zumindest einmal probiert haben – egal, wie abstoßend es für Sie aussieht, überwinden Sie sich auf jeden Fall!

Wenn Sie privat eingeladen sind oder zum zweiten Mal Ihre Geschäftspartner treffen, kann das richtige Geschenk Türen öffnen...

Und was hat es mit dem japanischen „Hai“ = „Ja“ auf sich? Warum sagen sie nach der ersten Besprechung „Hai“ und lehnen später Ihr stundenlang verhandeltes Angebot ab?

„Ja“ heißt eben nicht immer „Ja“ in Japan, dem Land der Pausen, Lücken und Zwischentöne.

Ich informiere Sie auch  über das japanische Wirtschaftssystem, das seine ganz eigenen Gesetze und Strukturen hat, die es ausländischen Geschäftsleuten äußerst erschweren, Fuß zu fassen oder denselben überhaupt nur in die Türe zu bekommen.

Es geht dabei um „Ringi“, das komplizierte Entscheidungsverfahren in Japan, um das „MITI“, eine nationale Wirtschaftskontrollbehörde und um Multikonzerne.

Auf Wunsch erkläre ich Ihnen auch einiges zur japanischen Kultur, Geschichte und Landeskunde, denn Japaner fühlen sich sehr geschmeichelt, wenn Sie z.B. wissen, wie der große Shogun hieß, der „Edo“ (Tokyo) zum Regierungssitz machte (Tokugawa Ieyasu), wo in Japan Kyoto und Hiroshima liegen und welche Universitäten den höchsten Ruf als Elite-Universitäten haben (v.a. wenn Ihr Partner an ebendieser studiert haben sollte).

Wussten Sie schon, dass der erste Roman der Weltgeschichte in Japan geschrieben wurde, von der Hofdame Murasaki Shikibu, nämlich „Die Geschichte vom Prinzen Genji“?

Und wie schafft man es, vier Stunden in der Hocke auf dem Boden zu sitzen, ohne dass einem die Beine einschlafen?

Wir werden, damit Sie nicht einschlafen, auch praktische Übungen in diesem Kurs machen – wie man sich verbeugt, wie man die Stäbchen hält, wie man auf dem Boden kniet etc.

Herzlich willkommen in der japanischen Kultur!

Nihon no bunka ni irrashaimase!


Diese Seite wurde zuletzt geändert am: 24.08.2009 um 16:34 Uhr.